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Aussetzung der Maskenpflicht an Grundschulen

Die ÖDP begrüßt die Entscheidung von Landrat Franz Löffler

ÖDP begrüßt Entscheidung von Landrat Franz Löffler zur Aussetzung der Maskenpflicht an Grundschulen

 

 

In einem offenen Brief hat die ÖDP am frühen Vormittag des 21.10.2020 von Landrat Löffler gefordert, die Maskenpflicht für Grundschüler auszusetzen. Die Entscheidungen, die die Coronapandemie von den politisch Verantwortlichen angesichts einer unübersichtlichen Vielzahl von Expertenmeinungen und Beschränkungen, sowie einer damit einhergehenden zunehmenden gesellschaftlichen Polarisierung im Moment abverlangt, sind wirklich alles andere als einfach.

Deshalb begrüßt die ÖDP es außerordentlich, dass Landrat Löffler von München vorgegebene Entscheidungen gerade für die jüngsten Schülerinnen und Schüler nochmals auf den Prüfstand gestellt hat, um unnötige Belastungen zu vermeiden.

Denn bei unbestritten notwendigen Maßnahmen zum Infektionsschutz ist die Ausweitung der Maskenpflicht für Grundschüler unverhältnismäßig. Kinder nehmen generell weniger (!) am Infektionsgeschehen durch SARS-CoV 2 teil, und wenn, dann nur mit minimalen Symptomen.

Die Maskenpflicht wäre aufgrund einer Überschreitung eines Inzidenzwertes von 51,56 notwendig geworden, ein Wert, der nur knapp über der von der bayerischen Staatsregierung gewählten Schwelle von 50 pro 100.000 Einwohner liegt. Problematisch bleibt dabei, dass der Inzidenzwert willkürlich festgelegt wurde und nur aus allen auf SARS-CoV2 positiv getesteten Personen besteht. Man weiß also damit nicht, wie viele Personen wirklich Symptome haben und wirklich krank sind. Für die Maskenpflicht an Schulen gibt es keinen evidenzbasierten Beleg zur Wirksamkeit.

In einem Interview im Münchner Merkur vom 20.10.2029 hat sich der Leiter des Gesundheitsamtes Aichach-Friedberg, Dr. Friedrich Pürner, Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen und Epidemiologe sogar für eine generelle Befreiung von der Maskenpflicht an Schulen ausgesprochen, wohl wissend, dass sich Kinder auch nach der Schule ohne Maske treffen und – im Gegensatz zum MNS des Chirurgen im OP – ständig an der Maske „herumfummeln“.

Auch der Generalsekretär der Deutschen Akademie für Kinder und Jugendmedizin (DAKJ), Prof. Dr. Hans Iko Huppertz, der die Interessen von rund 25.000 Kinder- und Jugendmedizinern vertritt, bezeichnete die Maskenpflicht an Schulen „als Unsinn“. In einer Ad hoc Stellungnahme der Leopoldina, Nationale Akademie der Wissenschaften vom 5.8.2020 heißt es: „Wenn der notwendige Abstand nicht eingehalten werden kann, sollten Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse einen Mund-Nase-Schutz auch innerhalb des epidemiologischen Gruppenverbands tragen. Für Jüngere ist es ausreichend, wenn die Kinder den Mund-Nase-Schutz nur außerhalb ihres epidemiologischen Gruppenverbandes tragen.“

Vor allem für die Kleinsten stellt das Maskentragen eine erhebliche Beeinträchtigung dar und auch den Lehrkräften ist die mit der Kontrolle der Maskenpflicht, der fehlenden Mimik der Kinder und der undeutlichen Aussprache verbundene Mehrbelastung unzumutbar.

Mit seiner Entscheidung zieht Landrat Löffler nun nach. Denn am 20.10.2020 hat bereits der Münchener Oberbürgermeister Dieter Reiter die Maskenpflicht für Grundschüler der Stadt München aufgehoben. Dort war der Inzidenzwert mit 72,77 sogar höher als im Landkreis Cham.

 

PD Dr. med. Stefan Scheingraber

ÖDP – Kreisvorsitzender und Kreisrat

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